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1.2    Geo- und Vulkanologisches

Sehr viel feuriger und vor allem spektakulärer als der Westen zeigt sich der Osten der Insel. Einen Auftritt des Vulkans mit seinen GLÜHEND HEISSEN LAVASTRÖMEN kann jeden Besucher erwarten. Der „PITON DE LA FOURNAISE“, wie der aktive Vulkan La Réunion's heißt,  ist oft mehrmals im Jahr aktiv. Diese Aufnahmen stammen vom April 2007. Im Jahre 2005 gab es vier Ausbrüche, im Jahr 2006 drei, von denen einer 6 Monate dauerte und den gesamten Krater mit Lava füllte. Im Jahre 2007 gab es zwei weitere Ausbrüche, im einen kleinen im Februar und der große Ausbruch vom April auf der Linie der 600 Höhenmeter. Zumeist jedoch bleibt die Lava im Vulkankegel oder in der Caldera liegen, beim letzten Mal aber flossen solche Menge über den Grand Brûle und ins Meer, das selbst die Fische totgekocht an der Oberfläche trieben. Gleichzeitig wurden Fischarten aus der Tiefsee an die Oberfläche gespült, von denen 5 Arten den Meeresforschern bislang völlig unbekannt waren. Seitdem hatten wir noch drei kleine Ausbrüche im Jahr 2008, zwei im Jahr 2009, einen im Oktober 2010, von  dem wir zwei selbstgedrehte kleine Video besitzen, und einen letzten kleinen am 16. Dezember 2010. Seitdem ist leider Ruhe.

Da war ganz schön was los, denn gleichzeitig war auch noch ein Waldbrand am Piton Maïdo. Natürlich Brandstiftung!

 

Éruption du Piton de la Fournaise le 15 octobre 2010 (hélico)

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Doch nun zum "Grossen Ausbuch von 2007"

31. März 2007. Ein Ausbruch beginnt auf der Westseite des Vulkans. Nach 12 Stunden schon scheint er versiegt. Aber alle Instrumente zeigen einen aktiven Ausbruch an. Doch nichts ist zu sehen.

2. April 2007, gegen 12 Uhr. Direkt am Ort Le Tremblet, doch innerhalb der Caldera des "Grand Brûle" reißt die Erde auf einer Länge von einigen hundert Metern auf. Der Riss beginnt fast am Meer, auf nur 600 Höhenmetern. Gegen 16 Uhr erreicht die erste Lavazunge bereits die Straße, gegen 17 Uhr wird die Strasse ein zweites Mal überflossen. Am nächsten Morgen ist die Lava am Meer. Wir, Christina und Claus, waren live dabei und zeigen dager eigene Bilder:

 

Am 15. April  2007war plötzlich Panik bei den Vulkanologen: die Magmakammern unter dem Vuikan haben sich sehr geleert und Hohlräume gebildet. Darauf liegt das Gewicht der noch immer instabilen, teilweise noch flüssigen Magma des Ausbruches von 2006, der den Krater bis zum Überlaufen gefüllt hatte. Am 16.April gegen Mittag ist es dann soweit: DER KRATER BRICHT EIN.

Der Kipfelkrater Dolomieu bricht nach innen zusammen. In drei Stunden verschwinden 2 Millionen Kubikmeter Gestein im Inneren der Magmakammern. Doch das Gebäude des Piton de la Fournaise bricht nicht zusammen, er hält. Nur ein kleiner Teil am östlichen Gipfel stürzt ein und reisst einige Instrumente mit sich. Das war knapp, denn wenn der ganze Berg kollabiert, hätten wir es mit einer wirklich wilden Erruption zu tun gehabt. Drei Bilder: vorher, mittendrin und nachher. Dazwischen liegen nur 2 Stunden...

 

    

 

Bis zum 1.Mai spu(c)kt der Riss 120 Millionen Kubikmeter Lava aus unf überflutet den Boden bis über 60 Metern hoch. 400 Meter hohe Magmafontänen, ein glutroter Nachthimmel, Schwefelwolken und "Pele's Haare" überall auf der Insel. Dazu eine ständige Wasserdampfwolke, 15 Kilometer hoch. Heute, im Juni 2012, ist dieser Lavafluss immernoch heiss und in grösseren Tiefen flüssig. Überall steigen Dampfschwaden auf. Doch jetzt wächst er schon wieder zu, und in wohl 50 Jahren wird sich hier ein neuer Wald angesiedelt haben. Im November 2007 wurde dann die provisorische neue Strasse eröffent. Diese bot uns folgendes Bild:

Ja, und heute, 2012, ist alles schon wieder kräftig bewachsen:

Nicht immer ist die "alte Dame Fournaise" so wütend wie diesmal. Eigentlich handelt es sich ja um einen "roten" und damit "freundlichen" Vulkan. Tatsächlich bietet sich jedem Besucher auch die Möglichkeit, die Entstehung unterschiedlicher Lavaarten zu beobachten. Bei der so genannten STRICKLAVA (hier drunter) handelt es sich um basaltische, dünnflüssige Lava, die bei ca. 1400°C zu erstarren beginnt, wobei sich an der Oberfläche eine dünne Haut erkalteten Gesteins bildet. Durch weiteres Nachschieben von oben wird diese Haut in die typische Falten- und Wulstform gestaucht.

„BLOCKLAVA“  oder "A-A Lava" bildet sich wenn bereits auf 700 - 1.000 °C abgekühlte und damit schon deutlich zähere Lava nochmals in Bewegung gerät. Dabei zerbröckelt das Material, da es für einen Faltenwurf bereits zu starr ist. Die Brockenform entsteht.

 

 

Grundlage des Vulkanismus auf Réunion ist ein sogenannter „HOT SPOT“, nach den Theorien von Tuzo Wilson '1963) und James Morgan (1972) ein „heißen Fleck“ im Erdmantel. Hotspots sind relativ ortsfest, was deutlich wird, wenn man vulkanische Inselketten genauer betrachtet.

Dieser fördert Lava aus den tiefer gelegenen Schichten nach oben, wo diese die auflagernde Erdkrustenplatte durchbricht und ausfließt. So entsteht auf der driftenden ozeanischen Platte ein Schildvulkan. Entfernt sich nun der Förderkanal zu weit vom Hotspot, reißt der Lavanachschub ab und der Vulkan erlischt. Dies war beim PITON DES NEIGES, aktiv seit mehr als 2 Mio. Jahren, vor 70.000 Jahren der Fall. Dagegen baut sich der PITON DE LA FOURNAISE seit 50.000 Jahren südöstlich des alten Vulkans auf.

 

 

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